WELCHE HALTUNG SOLLTE EIN CHRIST ANGESICHTS DER LAGE IN SEINEM LAND EINNEHMEN?

Die Situation eines Landes kann für die Kinder Gottes zu einer großen Sorge werden. Politische Instabilität, wirtschaftliche Schwierigkeiten, Unsicherheit, Ungerechtigkeit, der Verlust moralischer Orientierung, die Infragestellung christlicher Werte und gesellschaftliche Spaltungen …

Angesichts dieser Entwicklungen stellen sich verschiedene Fragen:

Sollte sich ein Christ Sorgen machen, protestieren, sich zurückziehen, Missstände anprangern oder einfach nur beten? Sollte er sich am Leben seines Landes beteiligen oder der Ansicht sein, dass ihn die Angelegenheiten dieser Welt nichts mehr angehen, weil seine eigentliche Heimat im Himmel ist?

  • Das Wort Gottes ruft uns zu einer viel tieferen und ausgewogeneren Haltung auf.

Ein Christ sollte weder gleichgültig gegenüber dem sein, was um ihn herum geschieht, noch sich von Angst, Zorn oder Entmutigung beherrschen lassen.

Er ist dazu berufen, in dieser Welt zu leben, ohne dem Wertesystem anzugehören, das sich gegen Gott stellt. Johannes 17,14–18

Wir müssen daran festhalten, dass Gott über die Nationen souverän herrscht !

„Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein.“ Daniel 2,21

Daniel lebte in Babylon unter besonders schwierigen Umständen. Jerusalem war erobert worden, das Volk Gottes befand sich im Exil, und Daniel selbst diente mitten in einem heidnischen Reich. Dennoch verlor er niemals die Souveränität Gottes aus den Augen.

Das bedeutet nicht, dass Gott alle Entscheidungen der Herrschenden gutheißt. Gottes Souveränität hebt weder ihre moralische Verantwortung noch die Folgen ihres Handelns auf.

Anwendung: Wenn wir sehen, wie unser Land schwierige und unruhige Zeiten durchlebt, dürfen wir besorgt sein. Wir sollten jedoch nicht so leben, als hätte Gott die Kontrolle über die Geschichte verloren.

Unsere Hoffnung ruht weder auf einer Regierung noch auf einer politischen Partei noch auf einem vermeintlichen „Retter“ oder „von der Vorsehung gesandten“ Politiker. Unsere Hoffnung ruht allein auf dem Herrn.

  • Wir sollen für die Obrigkeit beten, auch wenn wir mit ihren Entscheidungen nicht einverstanden sind

Daran erinnert uns Paulus:

„So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit.“ 1. Timotheus 2,1–2

Paulus schrieb zu einer Zeit, in der das Römische Reich dem Christentum nicht wohlgesonnen war. Dennoch ermutigte er die Gläubigen, für diejenigen zu beten, die politische Macht ausübten.

Für unsere Regierenden zu beten bedeutet nicht, ihre politischen oder moralischen Entscheidungen gutzuheißen.

Es bedeutet vielmehr, Gott darum zu bitten, ihnen Weisheit, Gerechtigkeit, Unterscheidungsvermögen und ein Bewusstsein für ihre Verantwortung zu schenken.

Wir können besonders beten für:

  • Den inneren Frieden und den Schutz der Bevölkerung.

  • Gerechtigkeit, insbesondere für die Schwächsten.

  • Gewissens- und Religionsfreiheit.

  • Die Aufrichtigkeit und Integrität der politisch Verantwortlichen.

  • Die Möglichkeit, ein ruhiges und friedliches Leben zu führen und das Evangelium zu bezeugen.

Zwei Bibelstellen müssen gemeinsam betrachtet werden

Römer 13,1

„Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott.“

Apostelgeschichte 5,29

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“

Diese beiden Bibelstellen widersprechen sich nicht. Die erste legt den Grundsatz fest, dass staatliche Autoritäten und die öffentliche Ordnung zu achten sind. Die zweite erinnert uns daran, dass menschliche Autorität niemals über der Autorität Gottes steht.

Ein Christ sollte ein gesetzestreuer Bürger sein, seine Verpflichtungen gewissenhaft erfüllen und sich um Frieden bemühen.

Wenn jedoch eine staatliche Autorität etwas von ihm verlangt, das eindeutig einem göttlichen Gebot widerspricht, muss die Treue zu Gott Vorrang haben.

In diesen Zeiten der Instabilität und Unruhe wollen wir weise handeln und vor allem durch unser Verhalten und unsere Worte ein gutes Zeugnis für unseren Glauben ablegen!

Franz

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