Der Sinn dieses Neuanfangs!
Ein neues Schuljahr oder einen neuen Abschnitt voller Aktivitäten zu beginnen, bedeutet nicht einfach, eine Seite im Kalender umzublättern oder nach einer Unterbrechung wieder zum gewohnten Alltag zurückzukehren. Für den Christen ist die Zeit weder ein endloser Kreislauf noch eine Abfolge von Tagen ohne wirkliches Ziel. Sie gehört Gott. Sie ist der Rahmen, in dem der Herr sein Werk vollbringt, uns formt und uns dazu beruft, Frucht zu bringen.
Jeder Neubeginn kann daher als eine neue Etappe auf dem Glaubensweg verstanden werden: als Gelegenheit, unsere Prioritäten neu zu prüfen, unsere Hingabe zu erneuern und Gott zu fragen, wie wir die Tage, die er vor uns legt, sinnvoll nutzen können.
Die gegenwärtige Zeit gut zu nutzen bedeutet nicht, ständig nach Leistung zu streben oder immer mehr Aktivitäten anzuhäufen. Man kann einen übervollen Terminkalender haben und dennoch am Wesentlichen vorbeigehen. Christliche Weisheit besteht vielmehr darin, zu erkennen, was Gott gefällt, und die alltäglichen Gegebenheiten des Lebens in Gelegenheiten zu verwandeln, zu lieben, zu lernen, Zeugnis zu geben und zu dienen.
Gott ruft uns nicht nur dazu auf, von ihm zu reden, sondern jeden Tag in seiner Gegenwart zu leben – mit Treue, Demut und Liebe.
Dieses neue Jahr sollte auf drei wesentlichen Ausrichtungen beruhen: sich engagieren, wachsen und dienen.
- Sich treu engagieren
Der Neubeginn ist oft eine Zeit der Entscheidungen und der guten Vorsätze. Wir machen Pläne, wählen Aktivitäten aus und organisieren unsere Zeit. Doch bevor wir uns fragen, was wir unternehmen möchten, sollten wir vor Gott treten und ihn fragen:
„Herr, was erwartest du von mir in diesem neuen Abschnitt?“
Wir haben nicht alle dieselben Begabungen, Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten. Gott verlangt nicht von uns, den Weg eines anderen nachzuahmen, sondern mit dem treu zu sein, was er uns anvertraut hat.
„Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen.“
Kolosser 3,23
- In der Wahrheit und im Glauben wachsen
Der Verstand ist eine Gabe Gottes. Wenn wir durch Naturwissenschaften, Geschichte, Literatur, Kunst oder durch die Beobachtung der Schöpfung lernen, die Welt besser zu verstehen, kann dies zu einer Möglichkeit werden, die Weisheit und Größe des Schöpfers zu erkennen.
Dieses Wachstum geschieht durch einfache, aber wesentliche Dinge: regelmäßiges Lesen der Bibel, Gebet, Gemeinschaft unter Glaubensgeschwistern, das Hören einer treuen biblischen Lehre und die praktische Umsetzung dessen, was wir verstanden haben.
Ein neues Jahr sollte uns daher nicht nur in unseren Kenntnissen oder Fähigkeiten voranbringen. Es sollte uns auch dahin führen, geduldiger, wahrhaftiger, demütiger, mutiger und liebevoller zu werden.
- In Liebe dienen
In einer Gesellschaft, die häufig persönlichen Erfolg und Selbstdarstellung fördert, zeigt Jesus uns einen anderen Weg: den Weg des Dienens.
„Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.“
Markus 10,45
Unsere Schulen, Familien, Gemeinden und Gruppen sollten Orte echter Gemeinschaft sein, an denen die Schwächsten nicht vergessen werden und jeder Mensch als wertvoll in den Augen Gottes betrachtet wird.
Der Wert eines Jahres wird daher nicht nur an der Zahl der verwirklichten Projekte gemessen werden, sondern auch an den Menschen, die wir aufgerichtet, getröstet und näher zu Jesus Christus geführt haben.
- Unter der Leitung des Heiligen Geistes vorangehen
Wenn wir die Schwelle zu diesem neuen Jahr überschreiten, gehen wir nicht allein und ohne Führung. Der Heilige Geist geht uns voraus, begleitet uns und stärkt uns. Er erleuchtet unseren Verstand, erinnert uns an die Worte Jesu, überführt uns, wenn wir vom Weg abkommen, und gibt uns die Kraft, auszuharren.
Vertrauen wir ihm unsere Pläne, unsere Zweifel, unsere Beziehungen, unsere berechtigten Ziele und sogar die Müdigkeit an, die uns begegnen wird. Bitten wir ihn, die Türen zu schließen, die uns von Gottes Willen entfernen würden, und diejenigen zu öffnen, die uns ermöglichen, auf die richtige Weise zu dienen.
Vielleicht wird nicht alles so verlaufen, wie wir es geplant haben. Manche Erwartungen werden enttäuscht und einige Vorhaben müssen neu überdacht werden. Doch ein fruchtbares Jahr ist nicht unbedingt ein Jahr ohne Schwierigkeiten. Es ist ein Jahr, in dem wir gelernt haben, Gott mehr zu vertrauen, unseren Nächsten besser zu lieben und enger mit Jesus Christus zu gehen.
Darum: Mut für diesen neuen Abschnitt – mit seiner Hilfe!
Franz
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