... der HERR, unser Gott, ist der einzige HERR.
Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“
5. Mose 6,4–5
Dieser Abschnitt beginnt zunächst mit einer klaren Aufforderung:
- „Höre!“
Denn jedes echte Leben mit Gott sollte mit einem aufmerksamen Ohr und einem bereiten Herzen beginnen.
In der Bibel bedeutet auf Gott zu hören nicht nur, einen Klang wahrzunehmen oder eine Lehre zu kennen. Man kann das Wort Gottes jahrelang gehört haben, ohne dass es unsere Lebensweise wirklich verändert hat.
Biblisches Hören schließt Aufmerksamkeit und Aufnahmebereitschaft ein, vor allem aber die Bereitschaft, Gott zu gehorchen.
- „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“
Lukas 6,46
Gott sagt damit gewissermaßen zu seinem Volk – und auch zu uns:
„Bleib stehen. Werde still und erinnere dich daran, wer Ich bin.“
Bevor wir auf unsere Umstände schauen, bevor wir auf unsere Ängste, unsere Überlegungen oder die Stimmen dieser Welt hören, sollten wir uns an diese grundlegende Wahrheit erinnern:
- „Der HERR, unser Gott, ist der einzige HERR.“
Es gibt nicht mehrere Götter, unter denen wir unser Herz aufteilen könnten. Gott beansprucht einen einzigartigen und ungeteilten Platz in unserem Leben.
Und nachdem Gott gesagt hat: „Höre“, fügt Er hinzu:
- „Du sollst den HERRN, deinen Gott, von ganzem Herzen lieben.“
Dies ist das wichtigste Gebot, an das auch Jesus in Matthäus 22,34–38 erinnert.
Das Hören führt also zur Liebe.
Je mehr wir wirklich auf Gott hören, desto mehr entdecken wir, wer Er ist.
Je mehr wir Ihn erkennen, desto mehr lernen wir, Ihn zu lieben.
Und je mehr wir Ihn lieben, desto mehr wird der Gehorsam zur natürlichen Antwort unseres Herzens.
Die Gefahr besteht selbst für einen Gläubigen darin, sich so sehr an die Dinge Gottes zu gewöhnen, dass man nicht mehr wirklich zuhört.
Wir können die Bibel lesen und den Gottesdienst besuchen, ohne wirklich auf Gott zu hören.
Wir können sogar beten und dabei so sehr mit unserem eigenen Reden beschäftigt sein, dass wir Gott keinen Raum mehr geben, uns zurechtzuweisen, zu unterweisen oder zu führen.
In der Offenbarung erinnert Jesus uns immer wieder:
- „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“
Alle hatten Ohren – aber nicht alle hörten wirklich.
Es besteht also ein Unterschied zwischen dem bloßen Hören des Wortes und seiner Aufnahme in unser Herz.
Der Herr sucht auch heute noch Männer und Frauen, deren Herz sagen kann:
- „Rede, Herr, denn dein Knecht hört.“
Doch auf Gott zu hören bedeutet häufig, dass wir andere Stimmen zum Schweigen bringen müssen: die Stimme der Angst, der Umstände, unseres Unglaubens oder der Meinung anderer Menschen.
Auch unser eigener Wille muss Gott untergeordnet werden.
Inmitten all dieser Stimmen führt uns die Stimme Gottes immer wieder zum Wesentlichen zurück:
- „Höre!“
Das größte Problem unserer Zeit besteht nicht unbedingt darin, dass Gott nicht mehr spricht, sondern darin, dass wir zu beschäftigt geworden sind, um Ihm zuzuhören.
Gott lädt uns ganz einfach dazu ein, stillzustehen.
„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin; ich werde erhöht sein unter den Völkern, ich werde erhöht sein auf Erden!“
Psalm 46,11
Denn wer auf Gott hört, kann Führung empfangen, bevor er eine Entscheidung trifft. Das ist von großer Bedeutung!
Er kann Trost empfangen, bevor er im Mutlosigkeit versinkt.
Er kann eine Warnung empfangen, bevor er sich auf einen falschen Weg begibt.
Lasst uns deshalb diesen ernsten Ruf des Herrn nicht gering achten, sondern vor allen anderen Stimmen auf seine Stimme hören.
Und lasst uns Ihm diese Frage stellen:
- „Herr, ist mein Herz noch bereit genug, um auf Dich zu hören?“
Heute, mitten im Lärm dieser Welt, wollen wir dieses einfache Gebet sprechen:
„Herr, lehre mich, vor Dir still zu werden.
Schenke mir ein aufmerksames Ohr und ein Herz, das für Dein Wort empfindsam ist.
Lass Deine Stimme in meinem Leben mehr Gewicht haben als alle anderen Stimmen.
Hilf mir, Dein Wort nicht nur zu hören, sondern es aufzunehmen, Dir zu gehorchen und Dich von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all meiner Kraft zu lieben.
Zu Deiner Ehre. Amen!“
Franz
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