Wende meine Augen ab...

Psalm 119,37
„Wende meine Augen ab, von der Betrachtung eitler Dinge ; belebe mich auf deinem Weg.“

Zwei kleine Sätze, die von einem tiefen Bewusstsein sprechen und davon Zeugnis ablegen!

Dieser Vers ist ein sehr einfaches Gebet, aber er sagt sehr viel aus. Der Psalmist ist sich dessen bewusst, was seine Gemeinschaft mit Gott beeinträchtigen kann. Das ist bereits eine große Lektion: Wir brauchen die Gnade Gottes, angefangen bei dem, was wir anschauen !

„Wende meine Augen ab ...“
Die Probleme beginnen also oft mit den Dingen, die unsere Augen sehen und auf denen sie verweilen...
Was wir anschauen, nährt anschließend unsere Gedanken, dann unser Herz und lenkt unsere Entscheidungen.

Der Psalmist erkennt also demütig seine Schwachheit an. Er weiß, dass er angezogen, abgelenkt und verführt werden kann. Er erkennt, dass er aus sich selbst nicht stark genug ist. Deshalb betet er: „Herr, richte meinen Blick in die richtige Richtung.“

Hier liegt eine schöne Demut. Der reife Gläubige ist nicht der, der meint, in Sicherheit zu sein, sondern der, der weiß, wie er Gott um Hilfe bitten muss.

"... von der Betrachtung eitler Dinge“
Das sind all jene Fallen, die uns die Welt anbietet und die die Seele beschäftigen, ohne sie wirklich zu nähren. Es sind nicht unbedingt grob böse Dinge. Oft sind es leere, vergängliche und trügerische Dinge.

Sprüche 12,11 bestätigt es uns:
„... wer aber nichtigen Dingen nachjagt, ist ohne Verstand.“

Das können sein:
• zweideutige Bilder
• gewisse Ablenkungen, die unsere Zeit in Beschlag nehmen
• rein irdische und fleischliche Ambitionen
• unnütze Neugierde
• kurz: alles, was uns von Gott entfernt.

Das Wort „eitel“ oder „nichtig“ beschreibt etwas, das viel versprechen kann, uns aber nichts wirklich Wertvolles bringt.

Der Welt gehen nie die Mittel aus, uns Dinge oder Bilder anzubieten, die den Blick fesseln. Aber nicht alles, was anziehend ist, erbaut... nicht alles, was unterhält, schenkt Leben!

Aber der Psalmist ruft: „Belebe mich ...“
Dieser Herzensschrei sollte auch der unsere sein. Denn wir brauchen mehr denn je die göttliche Quelle und nichts anderes. Es geht um das Leben, wie Gott es meint.

Jesus sagt zu der samaritanischen Frau:
„... wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.“ Johannes 4,14

Das zeigt uns, dass man das Leere nicht dauerhaft durch bloße Anstrengung überwinden kann. Gott muss uns ein stärkeres, wahrhaftigeres Leben schenken.

Wenn das Herz durch Gott belebt wird, verlieren die eitlen Dinge ihre Macht, das Wort Gottes wird wieder kostbar, man sehnt sich nach Gemeinschaft mit Gott, und unsere Seele gewinnt neue Kraft.

"... auf deinem Weg“
Das wahre Leben findet sich nicht auf dem leichten Weg unserer Gefühle oder der Gefühle dieser Welt, sondern auf dem schmalen Weg des Herrn.

Die Welt sagt dir: „Schau hin, nimm, koste, folge deinem Instinkt“, aber Gott sagt dir: „Geh mit mir, und du wirst leben.“

Es genügt nicht, die Augen vor gewissen Dingen zu verschließen; man muss sie auch auf Gott, auf seine Wahrheit und auf seinen Willen richten.

Dieser Vers kann uns dazu bringen, uns einige Fragen zu stellen:
• Welche „eitlen Dinge“ fesseln heute meinen Blick?
• Was beschäftigt meine Gedanken, ohne meine Seele zu nähren?
• Was lenkt mich von der Gegenwart Gottes ab?

Psalm 37,5:
„Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln.“

Zusammengefasst lehrt uns dieser Vers, dass nur Gott unser Herz von dem abwenden kann, was leer und unfruchtbar für uns ist, um uns auf einem Weg leben zu lassen, der einen echten ewigen Wert hat.

Bitten wir den Herrn, uns ein demütiges Herz zu geben, das seine Schwachheiten erkennt und jeden Tag darum bittet, durch seinen heiligen Willen geleitet zu werden!

Franz

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