Der Herr wird für euch kämpfen...

„…und ihr, seid still !“
2. Mose 14,14  „Der HERR wird für euch kämpfen, und ihr werdet still sein.“

Dieser Vers ist kurz, aber von erstaunlicher Kraft!

Er steht in einem Moment der Panik: Das Volk Israel befindet sich zwischen dem Roten Meer und dem Heer des Pharao. Hinter ihnen die Gefahr, vor ihnen das Meer – und menschlich gesehen scheint es keinen Ausweg mehr zu geben.
Mitten in diese Angst, in das Klagen und in dieses Gefühl völliger Ausweglosigkeit hinein spricht Gott.

Gott redet oft gerade dann, wenn der Mensch keinen Weg mehr sieht.

Israel fehlt nicht nur der Mut, sondern auch der Blick für Gottes Möglichkeiten. Das Volk sieht nur das Heer, das Meer und die bedrohlichen Umstände. Gott aber sieht längst einen Weg, wo sie nur eine unüberwindbare Mauer erkennen.

So ist es oft auch in unserem Leben. Wir schauen auf das, was uns bedroht, was uns entgleitet, was wir nicht ändern können oder was uns zu schwer erscheint.
Aber Gott sagt:

„Der HERR wird für euch kämpfen.“

Er erinnert uns daran, dass es nicht in erster Linie unser Kampf ist, sondern sein Kampf. Gott selbst übernimmt, was uns überfordert. Dieser Kampf hängt nicht zuerst von unserer Kraft, unserer Klugheit oder unserem ständigen Bemühen ab.

Oft meinen wir, alles hänge davon ab, dass wir stark bleiben, alles vorausdenken, reden, erklären, uns verteidigen oder selbst eine Lösung finden. Und dabei erschöpfen wir uns – und machen Gott fast zu einem Zuschauer, obwohl er handeln will.

Der HERR wird für dich kämpfen – ja, auch für dich!

Gott sagt nicht: „Ich werde versuchen, dir zu helfen.“
Er sagt: „Ich werde für Dich kämpfen.“
Was für eine Zusage, was für eine Sicherheit! Er weiß besser als wir, was getan werden muss, und er ist durch kein Hindernis überfordert.

„…und ihr, seid still !“

Dieses Stillsein bedeutet nicht einfach nur, nichts zu sagen. Es spricht von innerer Ruhe, vom Ende des Murrens, der panischen Gedanken und der Anklagen.

Still sein heißt auch: aufhören, mit Gott zu hadern, die Angst loszulassen und ihm Raum zu geben, damit er handeln kann.

Es gibt Zeiten, in denen Worte nichts mehr ändern. Man hat das Problem von allen Seiten betrachtet, alles bedacht, alles versucht – und doch öffnet sich keine Tür. Dann ruft Gott zu einer anderen Haltung: nicht zu leerer Untätigkeit, sondern zu stillem Vertrauen.

Gleich danach sagt Gott zu Mose:

Sage den Kindern Israel, dass sie weiterziehen.“

Hier sehen wir: Still sein bedeutet nicht, passiv zu bleiben. Vertrauen schließt Gehorsam nicht aus. Es gibt eine Zeit, still vor Gott zu werden, und es gibt eine Zeit, aufzubrechen und voranzugehen.

Gott möchte keine Christen, die sich in Unruhe verlieren, aber auch keine, die regungslos stehen bleiben. Er sucht Menschen, die ihm vertrauen, auf ihn hören und dann im Glauben den nächsten Schritt tun.

Denn „sich bewegen“ kann auch heißen: beten, gehorchen, vorangehen – ohne Gott vorauslaufen zu wollen.

Gott greift oft dann ein, wenn menschliche Möglichkeiten an ihr Ende kommen. Er tut es so, dass am Ende klar wird: Die Rettung kommt von ihm. So bekommt nicht der Mensch die Ehre, sondern Gott allein.

Zum Schluss:
Gott sieht immer einen Weg, wo wir nur eine Sackgasse sehen. Unsere Aufgabe ist nicht zuerst, uns abzumühen, sondern ihm zu vertrauen und dann zu gehorchen, wenn er sagt: „Geh weiter!“

Dieser Vers nimmt uns den alten Reflex, zu glauben, alles hänge von uns ab. Und ehrlich gesagt ermüdet uns dieser Reflex oft mehr als die eigentliche Prüfung.

Vergiss nie:
Gott ist größer als das größte deiner Probleme.

Franz

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