Und Du, Herr, was sagst Du über Mich ?

„Ihr aber“, fragte er sie, „für wen haltet ihr mich?“

Simon Petrus antwortete: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“  Matthäus 16,15–16

Petrus antwortet auf eine entscheidende Frage: Wer ist Jesus?

Seine Antwort ist klar, inspiriert und wunderschön:
"Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes."

Darauf gründet sich der christliche Glaube.
Alles beginnt damit, Jesus als den zu erkennen, der Er wirklich ist.

Doch nach diesem Bekenntnis des Petrus kann eine andere Frage in unserem Herzen aufsteigen:
"Herr, und du – was sagst du über mich?“

Das ist eine persönliche, tiefe und – offen gesagt – auch ein wenig furchteinflößende Frage. Und doch ist es eine Frage, die wir den Mut haben sollten, Jesus zu stellen. Denn oft reden wir lieber über Gott, als uns von Ihm anschauen zu lassen. Eine sehr menschliche Angewohnheit – nichts Neues unter der Sonne.

Aber genau hier liegt etwas Kostbares: Wenn Jesus über einen Menschen spricht, dann nie, um ihn niederzudrücken.
Er spricht Wahrheit – aber immer in Gnade.

Es ist keine falsche Frage.
Und auch keine Frage des Stolzes.
Es ist eine Frage der Beziehung.

Denn wenn wir wirklich erkannt haben, wer Jesus ist, dann wächst auch der ehrliche Wunsch in uns zu wissen, wie Er uns sieht. Und ja – manchmal kann das schmerzen.

Doch die Antwort des Herrn ist niemals hart oder verletzend.
Er sieht nicht so, wie Menschen sehen.

Menschen sehen das Äußere, die Vergangenheit, die Etiketten, die Erfolge oder das Scheitern.

In Offenbarung 1,14 heißt es:  "… und seine Augen waren wie eine Feuerflamme.“

Sein Blick durchdringt alles. Nichts ist vor Ihm verborgen. Er sieht:

• den wahren Zustand des Herzens
• den aufrichtigen Glauben
• die Kompromisse
• die Wunden
• die verborgenen Absichten

Das Feuer spricht hier von einem Blick, der erforscht, unterscheidet und in Wahrheit richtet.

Der Herr schaut niemals nur an die Oberfläche.
Er lässt sich nicht vom religiösen Schein beeindrucken.

Dieser Abschnitt gehört zu den größten Offenbarungen der Herrlichkeit des auferstandenen Christus. Johannes sieht Jesus nicht mehr in seiner Erniedrigung, wie in den Tagen seines irdischen Lebens, sondern erhöht, lebendig, souverän und herrlich.

Er könnte uns sagen:

"Ich kenne dich. Ich liebe dich. Du bist wertvoll in meinen Augen. Fürchte dich nicht.
Ich kenne deine Kämpfe, deine Müdigkeit, deine Gedanken, deine Verletzungen und deine aufrichtigen Wünsche. Du musst vor mir nichts darstellen.“

Und in der Nähe Jesu entdecken wir noch etwas anderes:
Unser Wert liegt nicht in dem, was wir tun, nicht in dem, was wir fühlen, und auch nicht in dem, worin wir versagt haben.

Wir sind Menschen, die von Gott gekannt, berufen und geliebt sind.

Darum dürfen wir uns fragen:

Lasse ich Jesus mir sagen, wie Er mich sieht ?
Bin ich bereit, mich von seinem durchdringenden Blick prüfen zu lassen?

Erinnern wir uns daran: In Christus werden wir nicht mehr zuerst durch unsere Vergangenheit, unsere Misserfolge, unsere Mängel oder durch den Blick der anderen definiert. Dieses alte innere Tribunal möchte sich zwar gern wieder zu Wort melden – aber es hat nicht mehr das letzte Wort. Ein ziemlich schlechter Richter übrigens.

Christlicher Glaube bedeutet nicht nur, die richtige Antwort über Jesus zu geben.
Er bedeutet auch, sich von Ihm begegnen zu lassen.

Die Begegnung zwischen Jesus und Johannes in Offenbarung 1,12 ist wirklich bemerkenswert. Sie zeigt uns, dass Christus mitten unter den goldenen Leuchtern wandelt – also mitten unter den Gemeinden – und dass Er sich um sie kümmert. Sie liegen Ihm am Herzen.

Und so können wir heute beten:

"Herr, weil du der Christus bist, sage mir auch, wer ich vor dir bin. Lehre mich, mich mit deinen Augen zu sehen und ein Leben zu führen, das dir würdig ist – als dein Kind.“

Wenn ich erkenne, wer Jesus ist, entdecke ich endlich, wer ich in Ihm bin.

Franz

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