Ihm, der uns geliebt hat...

…und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sei Blut...

Ich möchte euch einladen, diesen wunderbaren Abschnitt aus Offenbarung 1,5-6 zu lesen, denn er fasst fast das ganze Evangelium in wenigen Worten zusammen: die Liebe Christi, die Reinigung durch sein Blut, unsere neue Identität und die Herrlichkeit, die Ihm gebührt.

Johannes beginnt nicht mit dem, was wir für Gott tun, sondern mit dem Werk Christi für uns: „Dem, der uns liebt“ — nicht nur jetzt, sondern von Ewigkeit her! Wir stehen hier in einer fortdauernden Gegenwart !

Und dieses Verb ist kostbar: Es bedeutet nicht nur: „Er hat uns einmal geliebt“, sondern: „Er liebt uns noch immer.“ Seine Liebe darf für uns keine ferne Erinnerung sein; sie ist eine lebendige und gegenwärtige Wirklichkeit.

Was die Liebe Jesu betrifft: Sie ist nicht einfach nur ein Gefühl. Er schaut uns nicht nur mit Mitgefühl an! Seine Liebe hat sich in einer heldenhaften Tat gezeigt: in seinem vergossenen Blut.

Unsere Sünden werden nicht einfach vergessen, verharmlost oder entschuldigt: Sie wurden **abgewaschen**. Das bedeutet, dass es tatsächlich eine Verunreinigung, eine Schuld und eine Trennung von Gott gab, die allein das Blut Christi beseitigen konnte.

Das bewahrt uns vor zwei Irrtümern:

— einerseits davor, die Sünde zu verharmlosen;
— andererseits davor, wegen der Sünde zu verzweifeln.

Die Sünde ist ernst, ja. Aber das Blut Jesu ist ausreichend, mächtig und vollkommen.

Wie es in 1. Johannes 1,7 heißt: "Das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“

Welch eine Ruhe für die Seele!

Wir sind nicht rein, weil wir meinen, unser geistliches Leben gut gemeistert zu haben, oder weil wir irgendein Etikett tragen.
Wir sind gereinigt, weil Christus sein Leben für uns gegeben hat.

…er hat uns zu einem Königreich gemacht…

Wir gehören nun zu einem Königreich, aber nicht in der Art der Reiche dieser Welt, mit Ehrgeiz, menschlicher Herrschaft, Stolz oder Machtstreben. Wir sind das Volk des Königs Jesus.

Das bedeutet: Unsere wahre Bürgerschaft, unsere wahre Zugehörigkeit, unsere wahre Hoffnung sind nicht mehr in dieser vergänglichen Welt verwurzelt. Wir stehen bereits unter der Herrschaft des ewigen Königs.

Das spricht zu uns: Die Offenbarung zeigt Reiche, die aufsteigen und fallen, Mächte, die beeindrucken, Kräfte, die scheinbar herrschen … aber gleich zu Beginn erinnert Johannes daran, dass die Gläubigen bereits zum unerschütterlichen Reich Christi gehören!

…"zu Priestern für Gott, seinen Vater“

Das ist eine weitere gewaltige Wahrheit: In Christus haben wir Zugang zu Gott.

Im Alten Bund hatten die Priester eine besondere Aufgabe: Sie näherten sich Gott, dienten in seiner Gegenwart, traten für andere ein und brachten Opfer dar.

Aber jetzt, in Jesus Christus, ist jeder Gläubige dazu berufen, nahe am Herzen Gottes zu leben, Ihn anzubeten, Ihm zu dienen und Ihm sein Leben als ein lebendiges Opfer darzubringen. Römer 12,1

Das bedeutet nicht, dass wir Vermittler des Heils werden — nur Jesus ist der vollkommene Mittler —, sondern dass wir nicht mehr fern von Gott sind.

Wir haben Zugang zum Vater, durch den Sohn, im Geist. Epheser 2,18

Welche Würde! Der Gläubige wird in die Gegenwart Gottes hineingeführt, um Ihn anzubeten und Ihm zu dienen.

..."Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!“

Die Schlussfolgerung ist ganz natürlich: Wenn Johannes all das betrachtet, kann er nicht anders, als Gott zu loben — und wir ebenso!

Derjenige, der uns liebt, der uns gewaschen hat, der uns zu einem Königreich und zu Priestern gemacht hat, verdient alle Herrlichkeit.

Die Herrlichkeit gehört nicht dem geretteten Menschen, sondern dem Retter.

Wir sind geliebt, gewaschen, aufgerichtet, eingesetzt … aber alles kommt von Ihm. Darum kehrt auch alles zu Ihm zurück.

Auch die Herrschaft gehört Ihm. Diese Welt erscheint manchmal verwirrt, gewalttätig, instabil und gegen Gott auflehnend. Aber Christus regiert für immer. Er hat durch das Kreuz bereits gesiegt, und seine Herrschaft wird bald vollkommen offenbar werden.

Das ist ein Vers, der uns den Kopf wieder heben lässt! Er erinnert uns daran, dass wir nicht durch unsere Vergangenheit, unsere Fehler, unsere Schwächen oder den Blick der Welt definiert werden.

Wir sind jetzt — und für immer — durch das Werk Christi definiert !

Franz

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