... in der Wüste !
Wer hat in seinem Leben nicht schon einmal das erlebt, was man eine „Wüste“ nennt — oder auch Zeiten des Schweigens Gottes?
Ich glaube, jeder Christ hat schon Momente erlebt, in denen er sich Gott gegenüber einsam fühlte, verlassen oder allein.
Es war, als hätte sich der Himmel plötzlich über dir verschlossen und als seien die Türen des Segens zugemacht worden.
Je nach Situation sind diese Wüsten mehr oder weniger weit ausgedehnt und manchmal dauert es lange, sie zu durchqueren… alles wird schwierig: beten, sich freuen, das Wort lesen, anderen begegnen.
Die Wüste ist ein Ort ohne Lärm, an dem Gott uns von unseren gewohnten Kontakten absondert, um unser Hören zu schärfen. Und genau dort möchte er zu deinem Herzen sprechen.
Wenn Gott solche Zeiten manchmal zulässt, dann oft, um dir zu zeigen, dass das, was du für eine Wüste hältst, in Wirklichkeit ein Segen von seiner Seite sein kann: Er lehrt dich, mit wenig zu leben und seine Gegenwart zu suchen. Er ist immer da, aber du weißt ihn nicht immer zu erkennen!
Und genau hier wird diese Verheißung Gottes so ermutigend:
„Ich werde einen Weg in der Wüste machen und Ströme in der Einöde.“
Jesaja 43,19
Das ist außergewöhnlich! Es bedeutet, dass Gott gerade mitten in dem eingreifen kann, was unfruchtbar erscheint. Er wartet nicht immer, bis alles leicht ist, um seine Güte zu offenbaren. Er kann dort Wasser schenken, wo es gerade fehlt.
- Die Wüste offenbart unseren Durst; sie zeigt uns, wo wir wirklich stehen.
Die Wüste entblößt. Sie nimmt uns Sicherheiten, Illusionen und menschliche Stützen. Sie zwingt uns zu erkennen, dass wir nicht allein aus eigener Kraft, aus unseren Gewohnheiten, unserer Weisheit oder unseren Überlegungen leben können.
In der Wüste entdeckt man manchmal eine einfache, aber tiefe Wahrheit: Wir brauchen Gott mehr, als wir dachten…
Und das ist eine wunderbare Entdeckung, ja, es ist sogar Gnade. Denn solange alles gut läuft, können wir meinen, wir könnten aus uns selbst heraus standhalten. Doch wenn der Boden trocken und dürr wird, wenn der Weg lang wird und die Antworten auf sich warten lassen, dann lernt unser Herz zu sagen:
„Herr, ich dürste nach dir.“
- Und Jesus antwortet auf diesen Durst:
„Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!“
Johannes 7,37
Was in Jesaja 43 besonders auffällt, ist, dass Gott von Strömen, von überfließenden Flüssen spricht. Er verheißt nicht nur einen kleinen, vorübergehenden Trost, gerade genug, um eine Zeit lang durchzuhalten… Er spricht von einem Leben, das fließt, von einer Gnade, die sich erneuert, von einer Gegenwart, die tief erfrischt.
Und oft kommen diese Flüsse nicht auf die Weise, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Vielleicht erwarteten wir eine große, sichtbare Befreiung, doch Gott beginnt damit, uns inneren Frieden zu schenken. Er beginnt damit, unseren Blick auf die Situation zu verändern.
Vielleicht erwarteten wir eine spektakuläre Antwort, doch Gott gibt uns eine stille Kraft, weiterzugehen.
- Manchmal denken wir:
„Wenn Gott wirklich mit mir wäre, dann wäre ich nicht in dieser Wüste oder in dieser schwierigen Lage!“
Aber die Bibel zeigt oft etwas anderes: Gott begleitet die Seinen in der Wüste und in den Schwierigkeiten, und gerade dort offenbart er sich auf besondere Weise.
Denken wir daran: Mose, David, Elia, Johannes der Täufer, Jesus und Paulus empfingen ihren Ruf in der Wüste oder wurden dort geprüft! Es ist ein geeigneter Ort, um die Stimme Gottes zu hören.
Und manchmal ist genau das das größte Wunder: Gott weiterhin zu lieben, weiterhin zu hoffen und zu glauben, obwohl in uns alles wie Wüste ist.
Wir brauchen uns also nicht zu beunruhigen, wenn wir eine „trockene“ Zeit durchleben. Erinnern wir uns daran: Gott hat alles in der Hand, wenn wir ihm unser Leben anvertraut haben.
Franz
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